
Schon bei meinem ersten Kontakt mit Dunkelziffer hat es mich sehr berührt, dass es Kinder in meinem Alter und leider auch noch sehr viel jüngere gibt, die bereits soviel Schreckliches erfahren haben und die keine glückliche und normale Kindheit wie ich erleben dürfen.
Es macht mich wütend, dass sich Erwachsene – und oft sind es Verwandte oder Vertrauenspersonen – an denen vergreifen, die wehrlos sind und für deren Schutz sie eigentlich verantwortlich wären. Und noch viel mehr Wut empfinde ich, wenn ich daran denke, dass diese Kinder sich ein Leben lang mit diesen Erinnerungen quälen – und häufig auch noch Schuldgefühle haben. Deshalb möchte ich für diese Kinder unbedingt etwas tun und Dunkelziffer e.V. unterstützen, so gut ich kann.
Mein Opa führte eine der größten AIDS-Kliniken Deutschlands und meine Mutter arbeitete in der AIDS-Forschung am Robert-Koch-Institut. Dadurch weiß ich, wie wichtig Schutz ist.
Bei uns in der Familie waren HIV und Aids immer wieder Thema, da wurde offen drüber gesprochen. Meine Eltern haben meine Geschwister und mich frühzeitig und oft auf die Gefahr von AIDS aufmerksam gemacht, die Zusammenhänge erklärt und auch, wie man der Gefahr begegnen kann. Aber ich weiß, dass AIDS immer noch ein großes Problem ist, auch wenn gerade in meiner Generation kaum darüber geredet wird. Es gibt leider immer noch Viele, die sich der Gefahr nicht bewusst sind. Wenn ich jetzt zu Plattenaufnahmen, Konzerten oder zum Videodreh unterwegs bin, also mit anderen spreche, geht es um viele Themen wie z. B. Armut, die Wirtschaftskrise und so weiter. Aber HIV und Aids kommt in den Gesprächen nicht vor, obwohl es zu einem der größten Probleme der Menschheit gehört. Ich denke, da wird auch viel verdrängt aus Unwissenheit, Angst oder beidem.
Von meinem Großvater weiß ich jedenfalls, wie es Menschen mit HIV und Aids geht, und mir ist auch klar, warum Kondome selbstverständlich sein sollten. Einfach nur um vorzubeugen, damit es nicht irgendwann zu spät ist.